Zum alljährlichen Gedenken

Die Jüdin Erna Eyck, geboren 1882, kam um 1910 aus Stettin nach Magdeburg. Seit 1909 war sie mit dem Berliner Ingenieur und Anwalt Hans Eyck verheiratet, der seit 1909 sein Büro in Magdeburg hatte. Die beiden waren eine sehr wohlhabende Familie und wohnten mit ihren zwei Kindern zuerst am Kaiser-Wilhelm-Platz 4 (heute Uniplatz), später in der Hihenpfortestraße 40. Doch mit Beginn der Judenverfolgung wurde alles anders. Die beiden Kinder flohen rechtzeitig in die USA, ihr Mann Hans wurde 1938 verhaftet, nach Buchenwald gebracht doch nach 12 Tagen wieder freigelassen. Auch ihm gelang später die Flucht in die USA. Erna Eyck blieb allein zurück, sie wurde am 14.April 1942 ins Warschauer Ghetto deportiert. Im Juli 1942 wurde sie dann in Treblinka ermordet.

So wie der Familie Eyck ging es vielen Juden, auch aus Magdeburg. In der Zeit des Nationalsozialismus lebten ca. 3200 Juden in Magdeburg, 1521 wurden ermordet. Um an sie zu erinnern, begann der Kölner Künstler Gunter Demning 1992, Stolpersteine an ihre ehemaligen Wohnorte zu setzten. So gibt es heute in Magdeburg über 130 Verlegstellen, mit je einem bis mehreren Steinen. Diese Steine, aus Messingplatten bestehend, müssen natürlich auch gepflegt werden, was im Rahmen der Meile der Demokratie geschieht. Die Schulen aus Magdeburg und Umgebung starteten auch dieses Jahr vom 18.01. bis zum 20.01. eine Putz-Aktion. Auch unsere Schule nahm zum 5. Mal daran teil. Am Mittwoch, dem 18.01.2016, fuhren 4 Schülerinnen der Courage AG gemeinsam mit Frau Leßmann nach Magdeburg. Wir putzten Steine an 7 verschiedenen Verlegstellen, und jedes Mal zündeten wir auch eine Kerze daneben an. Da wir eine Schule ohne Rassismus und mit Courage sind, hielten wir es für besonders wichtig uns an dieser Aktion zu beteiligen. Jeder, der auf dem Bürgersteig solche (jetzt geputzten) Steine sieht, wird erinnert: „Hier waren sie zuhause, auch bei mir nebenan.“

Die Stolpersteine sind eine immer weiterführende Aktion. Es müssen immer weiter Lebensläufe recherchiert werden, so wie der von Erna Eyck. Auch gibt es noch viele weitere Stolpersteine zu verlegen, dazu braucht es viele Spenden. Für die, die sich noch weiter informieren möchten: www.magdeburg.de/Stoplersteine

(Bernarda Scharf, Kl. 9)